Seit 1961 steht sie unverändert auf der Empore der Wallfahrtsbasilika und füllt als „Königin der Instrumente“ den großen Kirchenraum mit zu Herzen gehenden Klängen. In unzähligen Werktags- und Wallfahrtsmessen, Marienandachten und Pontifikalämtern hat die Stockmann-Orgel die Liturgie mit einer großen Vielfalt an Klangmöglichkeiten begleitet und die Gläubigen dazu eingeladen, in diesen Klang zur Ehre Gottes und zum Lobe Mariens miteinzustimmen.
Dabei trägt und unterstützt die Orgel den Gemeindegesang auf der einen Seite durch kräftige Töne bei Dank und Lobpreis, Freude und Jubel über die Großtaten Gottes. Auf der anderen Seite führt sie durch leise Töne hin zu Meditation, Anbetung und Hingabe.
Die in Lautstärke und Charakter so unterschiedlichen Klänge werden von Pfeifen verschiedener Größe und Bauart erzeugt.
Die Stockmann-Orgel verfügt über ca. 4.500 Pfeifen, die auf vier Werke verteilt sind: das Haupt- und Brustwerk unterhalb der Rosette, das Schwellwerk im rechten Turm, das Rückpositiv an der Brüstung der Orgelbühne und das Pedalwerk im linken Turm. Damit gehört sie zu den größten Orgeln der Erzdiözese Paderborn.
Je nach Beschaffenheit klingen die Pfeifen laut oder leise, hoch oder tief, glänzend oder gedämpft. Einige imitieren Blasinstrumente wie Blockflöte, Oboe, Trompete oder Posaune. Manche Pfeifen sind gedeckt, manche spitz zulaufend. Einzelne sind weithin im Prospekt sichtbar, die meisten aber stehen unsichtbar auf der Windlade im Gehäuse. Pfeifen von gleicher Bauart und Klanglichkeit gehören zusammen und bilden ein Register.
Das gesamte Pfeifenwerk steht auf mehreren Windladen. Wenn ein Ton erklingen soll, wird durch das Bedienen einer Manual- oder Pedaltaste ein Ventil in der Windlade geöffnet, das bei gezogenem Register den vom Gebläse erzeugten Wind in die Pfeife gelangen lässt und sie zum Klingen bringt – ein Wunderwerk der Technik.
Neben ihrer vorrangigen Aufgabe, die Liturgie zu bereichern, stand die Basilika-Orgel in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder im Zentrum der Konzertreihen des Förderkreises der Kirchenmusik. In einigen hundert Konzerten präsentierten Organisten aus dem In- und Ausland das faszinierende Klangspektrum einer Orgel, die auch mehr als 60 Jahre nach ihrer Einweihung Menschen in ihren Bann zieht.
Möge die Stockmann-Orgel der Basilika auch zukünftig zur Verherrlichung Gottes und zum Lobe Mariens erklingen und Menschen zu Freude und Dankbarkeit, innerer Einkehr und Nachdenklichkeit bewegen.