traditionelle Wallfahrten

Fast alle Wallfahrten haben eine jahrhundertealte Tradition. Aber welchen Weg und welche Strecke nehmen diese Wege?

Zum Hochfest, Mariä Heimsuchung, kommen viele dieser historischen und gelobten Wallfahrten zusammen. Die Wege, welche uns vorliegen, möchten wir Ihnen hier darstellen.

Teilweise finden Sie auch die GPX Daten damit, wenn Sie mögen, ein Wallfahrtsweg nachgegangen werden kann.

Ihre Wallfahrt fehlt hier?

Dann schicken Sie uns bitte einen kurzen Überblick der die Historie und alle nennenswerten Informationen enthält.
Ein paar schöne Bilder würden wir dem Artikel ebenfalls hinzufügen.

Schlesien ist Marienland und Wallfahrtsland. Seit Jahrhunderten pilgerten wir Schlesier zu unseren   althergebrachten Gnadenorten. Die bekanntesten sind Wartha, Albendorf, Grüssau und Annaberg.  Trebniz mit dem Grab der hl. Hedwig ist Pilgerziel zur Schutzpatronin des Landes. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten wir unsere Heimat verlassen. Es war auch eine Trennung von unseren geliebten Wallfahrtsstätten. Wir Deutsche im Osten bekamen nun die Rache der Sieger zu spüren. Erschüttert und traumatisiert von schlimmen Erlebnissen und der unmenschlichen Ausweisung aus der Heimat landeten wir unerwünscht und als „Flüchtlinge“ bezeichnet in West- und Mitteldeutschland. Sehr oft in tiefer Diaspora. In dieser leiblichen und seelischen Not war der Glaube unser einziger Halt. Unser erstes Suchen galt einer katholischen Kirche. Viele von uns hatten jetzt den Wunsch, in der Schicksalsgemeinschaft das Leid vor die Muttergottes zu tragen. Der nächste Wallfahrtsort war weit. In der Erzdiözese Paderborn hörten wir von „Werl“. Die Ersten von uns machten sich bereits 1946, als die Vertreibung noch auf dem Höhepunkt war, unter den widrigsten Umständen aus ihren Notwohnungen auf den weiten Weg zur „Trösterin der Betrübten“. Erst kamen hunderte, dann tausende und im Jahr 1947 schon mehr als zehntausend. Von 1948 an organisierte das neugegründete „Sankt-Hedwigs-Werk“ die Schlesierwallfahrt. Sie entwickelte sich sehr bald zur größten Wallfahrt in Werl. 1953 erreichte sie in Anwesenheit von Bundeskanzler Konrad Adenauer und NRW-Ministerpräsident Karl Arnold mit 70.000 Wallfahrerinnen und Wallfahrern die höchste Teilnehmerzahl. Auch in der Folgezeit blieb sie weiterhin jahrzehntelang Großwallfahrt. Die Plätze in der Basilika reichten nicht aus. Deshalb zog die unübersehbare Pilgerschar ab 1947 alljährlich in feierlicher Prozession mit Blasmusik, Bannerträgern, zahlreichen Priestern und dem zu Gast weilenden Bischof durch die Stadt zur „Gänsevöhde“ und feierte dort unter freiem Himmel die Wallfahrtsmesse. Am Nachmittag, zur Marienfeier, gingen wir mit dem Gnadenbild in unserer Mitte ein zweites Mal den Weg. Am Vorabend war bereits die große Lichterprozession diesen Weg gegangen. Die Mittagspause war ausgefüllt mit einem heimatlichen Kulturprogramm, Platzkonzert und dem beliebten schlesischen Marienliedersingen. Verkaufsstände boten schlesischen Kuchen, schlesische Wurst und Heimatliteratur an. Die Wallfahrt war für uns immer auch Heimattreffen und Gelegenheit zum Wiedersehen. Denn wir Schlesier sind ja in alle Winde verstreut. Bis 2016 gab es jedes Jahr noch eine weitere Wallfahrt, nämlich die der Schlesier aus der Grafschaft Glatz.

Als sich die Reihen der Vertriebenen zu lichten begannen, füllten die Spätaussiedler die Reihen wieder auf. Ab dem Jahr 2001 zog die Prozession nicht mehr zur Gänsevöhde sondern zum Kreuzwegplatz. Auch dieser Platz mit seiner Kreuzigungsgruppe unter schattigen Bäumen hat viele herrliche Wallfahrtsgottesdienste gesehen. Im Jahr 2022 konnten wir in der vollbesetzten Basilika das 75jährige Bestehen des St.-Hedwigs-Werkes feiern. Dem Jubiläumsgottesdienst stand der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, vor. Er überbrachte die Grüße des Heiligen Vaters und würdigte in seiner Predigt die Arbeit des Hedwigswerkes und lobte die Glaubenstreue der Schlesier. Es war aber schon abzusehen, dass das verdienstvolle kirchliche Kulturwerk im Jahr 2023 wegen Überalterung der Mitglieder aufgelöst werden musste. Weihbischof Dominicus Meier OSB, Paderborn, empfahl uns bei der Wallfahrt 2023, es nicht als Endpunkt sondern als Wendepunkt anzusehen. Denn unsere Wallfahrt wird unter der Regie der Wallfahrtsleitung Werl weitergehen, immer am letzten Sonntag im Juni. Die Wallfahrtsmesse ist um 10 Uhr, die Marienfeier um 14 Uhr. In der Mittagspause ist geselliges Beisammensein im Pilgersaal. Für uns Schlesier war unser Glaubensfest im Marienheiligtum Werl von Anfang an ein Stück Heimat. „Heimat + Glaube“ war das Leitwort des St.-Hedwigs-Werkes. So Gott will, wird es auch in Zukunft seine Gültigkeit behalten.

(Die Wallfahrten ab 1984 sind auf Video im Internet zu sehen unter youtube.com/@eugenteigeler Suchwort „Schlesierwallfahrt Werl“).

Text: A. Bögner

bis 50km

Über 225 Jahre Wallfahrt von Warstein nach Werl und zurück

Die Wallfahrt von Warstein nach Werl hat laut Überlieferung ihren Beginn im Jahr 1783. Die Beweggründe unserer Vorfahren, sich als Gruppe zum Fest „Maria Heimsuchung“ auf den Weg zum Werler Gnadenbild zu machen, sind verschieden. Die Auswirkungen des 7jährigen Krieges und auch die besondere Verbindung Warsteins zum Orden der Kapuziner, die zur damaligen Zeit in Werl wirkten, mögen zu den ersten Fußwallfahrten geführt haben, die erst 1932 durch einen Geistlichen der Pfarrei St. Pankratius begleitet wurde. Das Fest „Mariä Heimsuchung“ hatte auch in Warstein in früherer Zeit eine große Bedeutung, eine Prozession führte an diesem Tag zur Kapelle SS. Maria und Antonius v. Padua nach Altenwarstein.

Seit dem Ende 19. Jahrhunderts erleichterte man die Wegführung, indem man zwischen Soest und Werl auf dem Hin- und Rückweg die Eisenbahn benutzte. Dies ist bis in die heutige Zeit so geblieben.

Spätestens seit dieser Zeit führt der Weg durch Brüllingsen, dem letzten, konfessionell überwiegend katholisch geprägten Ort auf Haar und Börde. Die dortige Frühstücksrast und die Mittagsrast bei Familien und im dortigen Gasthof auf dem Rückweg sind seit dieser Zeit fester Bestandteil der Wallfahrt. Jahrzehnte alte Freundschaften haben sich zwischen den Wallfahrern und den Brüllingser Familien entwickelt.

Gerade in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs war die von Pilgerinnen und Pilgern geplante und durchgeführte Wallfahrt vielfältigen Schikanen ausgesetzt; aufgrund der jahrhundertealten Tradition fiel die Wallfahrt jedoch nie aus.

Kennzeichnend für die Warsteiner Wallfahrt, die sich mittlerweile auch auf die umliegenden Pfarreien des Pastoralen Raumes ausgeweitet hat, ist der gemeinsame Hin- und Rückweg, der zu Fuß oder mit der Bahn bei Gebet, Gesang und Austausch zurückgelegt wird. Auch ein jährliches Gedenkbildchen erinnert die Wallfahrer und die „Daheimgebliebenen“ an die jährliche Unternehmung.

Einen starken Aufschwung erlebte die „Werlwallfahrt“ in Warstein in den 1950er Jahren und den 1980/1990er Jahren. Über Jahrzehnte fand die Hl. Messe als Höhepunkt der Wallfahrt, verbunden mit einer vorhergehenden Andacht, um 24.00 Uhr als Mitternachtsmesse statt.  Bisweilen gingen über 350 Pilgerinnen und Pilger den ca. 60 km langen Hin- und Rückweg. Heute bewegt sich die Teilnehmerzahl bei etwa 120 Frauen, Männern und Jugendlichen.

Seit 1953 erinnert ein großes Wallfahrtsbild im Vorhof der Basilika an die Tradition der Warsteiner Wallfahrt, zu den Jubiläen 1983 (200 Jahre) und 2008 wurde es entsprechend ergänzt. Seit dieser Zeit erinnern auch die Wallfahrtsstelen an der Alten Kirche in Warstein und in Brüllingsen an die Tradition.

Während der Jahre 2021/22 kamen Warsteiner Pilger, bedingt durch die Pandemie, einzeln zu Fuß und mit dem Fahrrad zum Gnadenbild nach Werl und hielten die Tradition aufrecht.

Die Organisation der jährlichen Wallfahrt liegt wie in alter Zeit bei einem Organisationskreis von Wallfahrerinnen und Wallfahrern unter der Leitung einer Wallfahrtsleiterin oder eines Wallfahrtsleiters.

Der Ablauf der Wallfahrt unterliegt jahrhundertealten Traditionen, wurde aber auch mehrmals den entsprechenden Erfordernissen der Zeit angepasst. Heute stellt er sich so dar:


Samstags zum Fest „Mariä Heimsuchung“

2.00 Uhr Hl. Messe in der Alten Kirche SS. Pankratius und Sebastian Warstein

2.45 Uhr Beginn der Wallfahrt mit Gebet und Gesang

4.00 Uhr Gebet an der Kapelle zum Hl. Kreuz in Belecke

4.30 Uhr Erste Rast an den Sennhöfen in Mülheim

4.50 Uhr Weg von den Sennhöfen bis Brüllingsen mit Gebeten, Gesang, Meditation und Schweigeabschnitt

6.30 Uhr Eintreffen in der Kirche Hl. Drei Könige in Möhnesee-Brüllingsen, dort Gebet „Engel des Herrn“

7.45 Uhr Weiterer Weg über Hohlwege und die Fahrradtrasse bis zur Autobahnbrücke der A44, dort weitere Rast mit Gesang

9.45 Uhr Letzte Wegstrecke bis zum Bahnhof in Soest, dort gegen 10.45 Uhr Ankunft und Fahrt mit der Bahn nach Werl

11.30 Uhr Empfang der Wallfahrt am Bahnhof in Werl, Prozession durch die Stadt und feierlicher Einzug in die Basilika

12.00 Uhr Begrüßung und Einkehr im Pilgerhaus mit Getränken, Obst und Gebäck

16.00 Uhr „Kreuzweg-Gebet“ im Klostergarten

18.00 Uhr Teilnahme an der Eröffnungsandacht mit Einzug aller Fahnenabordnungen und der Mucher Fusspilgerinnen und -pilger

20.30 Uhr Hl. Messe aller Warsteiner Pilgerinnen und Pilger, zu der auch viele Warsteinerinnen und Warsteiner mit Bus oder privat nach Werl kommen


Sonntags zum Fest „Mariä Heimsuchung“

9.00 Uhr Wortgottesdienst in der Basilika mit Verabschiedung durch das Werler Wallfahrtsteam

9.50 Uhr Ankunft mit der Bahn in Soest, Beginn des Rückweges bis zur Autobahnbrücke

11.10Uhr kurze Rast unter der Autobahnbrücke und weitere Wegstrecke nach Brüllingsen

13.00 Uhr Mittagsrast in Brüllingsen

14.50Uhr Rückweg  bis zur Kapelle des „Tommeshofs“ der Familie Schirk, dort kurze Rast mit Gebet und Gesang, weiterer Weg der Wallfahrt über die südliche Haar und durch Sichtigvor

17.15 Uhr Gesellige Pause in dem Waldgebiet „Romecke“ vor Warstein mit Liedern und Gesprächen

17.45 Uhr Gebet am „Romeckekreuz“ und feierlicher Empfang in Warstein mit Glockengeläute in allen Warsteiner Kirchen

19.00Uhr Feierlicher Abschluss in der St. Petrus-Kirche mit Te deum und sakramentalem Segen

Ende der jährlichen Wallfahrt nach Werl

1667 wird die Westönner Wallfahrt erstmals erwähnt. Die Gemeinde ging damals am Fest Mariä Heimsuchung nach Werl und schloss sich mit anderen der großen Prozession an.
Die Westönner haben den guten Brauch der Gemeindewallfahrt über die Jahrhunderte bis in die heutige Zeit gepflegt und beibehalten. Der urspründliche Wallfahrtstermin am Fest Mariä Heimsuchung wurde vor einiger Zeit auf den letzten Sonntag im September verlegt.

 

An diesem Tag versammelt sich die Gemeinde jedes Jahr vor der Westönner Kirche. Es wird von der geistlichen Leitung ein Gebet gesprochen, bevor sich die Prozession unter dem Glockengeläut der Westönner Kirche in Bewegung setzt.
Vorweg gehen die Ministranten mit dem alten Vortragekreuz aus dem Jahre 1703.

 

Die Gemeinde geht immer einen festen Prozessionsweg nach Werl.Der Weg beginnt ab der Westönner Kirche, dann geht es durch die Westönner Bachstraße, die Mummelstraße, die Weststraße, Am Krummen Rücken, durch die Westönner Flur bis Ostuffeln, wo die Prozession von der dortigen Kapellenglocke auf ihrem Weg begrüßt wird. Von Ostuffeln geht es duch die Werler Flur weiter durch die Mellinstraße, die Hedwig-Dransfeld-Straße, die Engelhardstraße und die Walburgisstraße bis auf den Vorplatz der Basilika.
Hier werden die Wallfahrerinnen und Wallfahrer von der Wallfahrtsleitungs und von den Glocken der Basilika begrüßt und in Empfang genommen.

 

Wegstrecke:…km

 

Gpx Daten der Westönner Wallfahrt nach Werl.

Die Kapuzinerpatres in Werne gaben die erste Anregung zu einer gemeinsamen Fußwallfahrt von Werne nach Werl, wo ja ihre Mitbrüder das Gnadenbild betreuten. So zogen im Jahre 1677 zum ersten Mal Werner Bürger auf beschwerlichen Feld und Waldwegen hin zur Gnadenmutter nach Werl. Die Prozession fand alljährlich um Mariä Heimsuchung statt. Alte Flurbezeichnungen in den benachbarten Gemeinden weisen noch heute auf den Weg hin, den die Werner Prozession machte. So wird zum Beispiel in Osterbönen heute noch ein Weg, den seit 275 Jahren die Werner Fußwallfahrer gegangen sind, der „Hilgenweg“ genannt. Als man um 1780 alle Wallfahrten abschaffen wollte, gingen die Werner Pilger trotzdem unbeirrbar alljährlich ihren Weg zur Gnadenmutter nach Werl.

Heute gehen die Werner Pilgerinnen und Pilger die 36 KM immer am letzten Ferienwochenende nach Werl. Auf dem Hinweg gehen ca. 250 und auf dem Rückweg ca. 100 Pilger zu Fuß.

 

Auf unserer Homepage finden Sie alles zur Fussswallfahrt Werne-Werl:
www.wallfahrt-werne-werl.de

Ausrichter: Wallfahrtsauschuss Werne-Werl

 

Verlauf:

Freitagabend:    
19:30 Uhr Gottesdienst für die lebenden und verstorbenen Wallfahrerinnen und Wallfahrer

Samstag:
05:45 Uhr Gemeinsames Gebet zum Aufbruch in der Klosterkirche
08:00 Uhr Rast in Pelkum
11:00 Uhr Rast an der Drechener Kirche
14.15 Uhr: Ankunft und Einzug in Werl
14.30 Uhr: Einzug in die Basilika
17.30 Uhr: Kreuzwegandacht
20.00 Uhr: Pilgerandacht mit anschließender Lichterprozession und Abendgebet im Innenhof

Sonntag:           
7.30 Uhr: Kreuzwegandacht im Klosterhof
8.30 Uhr: Pilgeramt in der Basilika
11.45 Uhr: Abschied mit einer kurzen Dankandacht
12.00 Uhr: Auszug aus der Basilika in Werl.
14.15 Uhr: Rast an der Drechener Kirche
17.00 Uhr: Rast in Pelkum.
20.00 Uhr: Einzug in Werne mit Dank in der Klosterkirche und Verabschiedung

Text und Foto: K. Pieper

50 bis 100km

Die Fußwallfahrt von Arpe nach Werl ist eine der jüngsten Wallfahrten in der Wallfahrtshistorie von Werl. Sie wurde gegründet aus einer spontanen Idee heraus, die sich im Rahmen einer Plauderei zwischen Gemeindemitgliedern und dem Pastor ergeben hatte. „Es würde mich sehr freuen, wenn auch von Arpe aus eine Fußwallfahrt nach Werl gehen würde“ sagte der damalige Pfarrer Rother und hatte damit im Herbst 1983 den Startschuss für dieses Projekt gegeben.

Am 29. Juni 1984 verwirklichten 17 Männer und Frauen diese Idee und begaben sich zu Fuß auf den Weg nach Werl zum Patronatsfest Mariä Heimsuchung (das Patronatsfest war aufgrund des Deutschen Katholikentages um eine Woche vorverlegt worden). In den Folgejahren erhöhte sich die Zahl der Pilger*innen auf 40 bis 50 Personen; die Wallfahrt entwickelte sich zu einem traditionellen Bestandteil im kirchlichen und dörflichen Leben von Arpe sowie im Pastoralverbund und reihte sich zudem dauerhaft in die Zahl der anderen Wallfahrtsgruppen zum Patronatsfest in Werl ein.

Anlässlich des 25jährigen Jubiläums wurde oberhalb von Arpe ein Marienbildstock errichtet, der am 29. Juni 2008 durch Wallfahrtsleiter und Guardian des Franziskaner Klosters Werl, Pater Ralf Preker, eingesegnet wurde. Die Pilgergruppe hatte zu diesem Jubiläum alle ehemaligen Pilger und Pilgerinnen, alle Unterstützer, Helfer und Gastgeber zu einer stimmungsvollen Feier eingeladen.

Hier ein schönes Video der Fußwallfahrt: www.youtube.com/watch?v=-WMmUdmnuns

Auch auf der Homepage des www.pv-se.de (Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe) anzuschauen.

 

Veranstalter: Kirchengemeinde St. Antonius (Einsiedler) Arpe
Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe

 

Verlauf:
freitags: 11.45 Uhr: Aussendungsgottesdienst
29 km Wegstrecke bis Westenfeld (Sundern)
dort Übernachtung bei Gastgeberfamilien

 

samstags: 06.00 Uhr: Abmarsch in Westenfeld
39 km Wegstrecke bis Werl
dort Übernachtung im Jugendheim St. Walburga

 

sonntags: Stadtprozession, Pontifikalamt, Abschlussandacht, Abreise mit Bus

 

einzelne Pilger*innen gehen zu Fuß zurück,
Ankunft montags 18.00 Uhr in Arpe

 

Wegverlauf der geamten Strecke zum Download (komoot)

Strecke der Wallfahrt Arpe – Werl 1. Tag (Outdooractive)

Strecker der Wallfahrt Arpe – Werl 2. Tag (Outdooractive)

Im Jahr 2020 konnte die traditionelle Wallfahrt von Lenhausen nach Werl leider nicht in gewohnter Form durchgeführt werden. Stattdessen machte sich eine kleine Gruppe zu Fuß und eine weitere mit dem Fahrrad auf zur Mutter Gottes nach Werl.

Strecke der Wallfahrt von Lenhausen nach Werl am 1. Tag (Outdooractive)

Strecke der Wallfahrt von Lenhausen nach Werl am 2. Tag (Outdooractive)

Hier finden Sie die Wegberichte dieser besonderen Wallfahrt

Vorbericht

Nachbericht

 

Bericht Mariäe Heimsuchung 2020
Bericht Mariäe Heimsuchung 2021

 

Aus einer Zwei-Tageswanderung wird eine Wanderwallfahrt nach Werl mit Tradition – „Pilgern ist nicht angestaubt“

Bei der Erstellung des Wanderplans der SGV Abteilung Lenhausen hatten Magret und Günter Kramer 1985 die Idee, eine Zwei-Tageswanderung anzubieten, die bereits in den Vorkriegsjahren von Lenhauser Frauen im Rahmen einer Wallfahrt durchgeführt wurde. Sicherlich haben die Werler Kapuziner, die die Einsiedelei in Klosterbrunnen 1722 bezogen und 1773 zur ersten Prozession nach Werl einluden, Pater Kilian Kirchhoff – 1892 in Rönkhausen geboren und auf dem Werler Friedhof am 01.Februar 1950 begraben, die Mucher- und die Olper Wallfahrt – die bereits mehrere Jahrhunderte Lenhauser Bürger beeinflusst hat, auch ihren Teil dazu beigetragen, zum Gnadenbild nach Werl zu pilgern. Manch bedeutende Zeugnisse der inzwischen 360-jährigen Werler Marienwallfahrt sind bis heute vorhanden.

„Die erste Wanderwallfahrt der SGV-Abteilung startete am 5. und 6. Juli 1985 um 6 Uhr mit dem Glockenschlag der Kirchturmuhr. Die Organisation ist bescheiden. Wie bei Wanderern üblich, ist jeder für seine persönliche Ausrüstung und Verpflegung auf der Wanderstrecke verantwortlich. (Ulrich Fels, Bildband zur Geschichte der Lenhauser SGV-Wanderwallfahrt nach Werl, 2014)“. Im Laufe der Jahre gesellten sich immer mehr Pilger aus den Nachbarorten hinzu, sodass das Rosenkranzgebet und die Lieder zur Gottesmutter die Wanderer auf dem mitunter mühsamen Weg ermunterte und so manchen Pilger nach Werl „getragen“ haben.

Aus Anlass der 10. Wanderwallfahrt 1994 wurde auf der „Alten Höhe“, oberhalb von Hellefeld, ein Wegekreuz eingerichtet, daß liebevoll von Lenhauser Familien, mithilfe von Spenden, errichtet wurde. Die Lenhauser Wanderwallfahrt lebt „einerseits von kirchlich gebunden Christen und andererseits von Menschen, die der Kirche distanzierter gegenüberstehen, aber auf diesem Wege eine spirituelle Erfahrung machen“ (Pater Ralf Preker, WR, 08/2019). Eine sportliche Herausforderung ist die Wanderwallfahrt darüber hinaus.

Grundsätzlich hat sich die Streckenführung über Weuspert, Röhrenspring nach Klosterbrunnen, weiter nach Hellefeld, vorbei am Lenhauser Kreuz und von dort aus zur Übernachtung im SGV-Jugendhof nach Arnsberg im Laufe der Jahre nicht verändert. Am zweiten Tag führt der Weg über Breitenbruch, Niederense und Bremen, vorbei am Mucher-Kreuz nach Werl.

Die Wallfahrt Werl hat sicherlich bewegte Zeiten hinter sich. Zeiten in denen sich Menschen mit oder ohne Gelöbnis, ganz selbstverständlich auf den weiten Weg machten und Zeiten, in denen das Interesse schwand. Heute liegt Fuß-Pilgern wieder voll im Trend. Die Besucher der Trösterin der Betrübten kommen wieder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad. Pater Ralf Preker sagt dazu: „Ich habe Respekt vor allen die kommen, egal wie. Alle haben es verdient, dass man einen für sie ansprechenden Gottesdienst feiert. Alle haben ein für sie bedachtes Wort verdient. Und im Übrigen glaube ich, dass ich von den Pilgern mehr gelernt habe, als die von mir mitbekommen haben. Pilgerinnen und Pilger, das sind nicht die Leute, die durchs Weihwasser gezogen wurden, sondern auch solche, die aus der Distanz zum Glauben kommen. … Da nehmen Menschen enorm viel auf sich, um auf dem Weg zu einem Ziel zu kommen und abzuladen, was sie bewegt, bedrückt und erfreut. Wenn sie auf dem Weg auch viel Positives miteinander erleben, so gilt doch: Nicht der Weg ist das Ziel, sondern die Muttergottes, die „Trösterin der Betrübten“.

Da uns das Coronavirus immer noch fest im Griff hält und die neue Wallfahrtsleitung in Werl als auch wir als SGV und Veranstalter, an die von der Landesregierung ausgesprochenen Verhaltensanweisungen gebunden waren, konnte auch 2021 unsere Wanderwallfahrt zu Maria Heimsuchung nicht stattfinden. Dennoch ist es nicht verwunderlich, daß sich viele kleine Gruppen aus unserer Gemeinschaft zu Fuß oder auf dem Rad auf den Weg nach Werl machten – „Mutter Anna meets Maria“.

Wir würden uns wünschen, daß die Wanderwallfahrt im nächsten Jahr wieder auf fruchtbarem Boden gedeihen kann.

„Die Wunder von Werl bestehen vielleicht darin, dass die Menschen zuversichtlicher, gestärkter, mit neuer Hoffnung und getröstet in ihre Heimat und ihren Alltag zurückkehren (Pater Ralf Preker, WR, 08/2019)“.

Stefan Schröer, 26.11.2021

Der Siebenjährige Krieg (1756-1763) war eine Zeit größter Unsicherheit sowie körperlicher und seelischer Not. Mitten in dieser Zeit des Unfriedens und Schreckens machten sich Olper Frauen und Männer im Jahr 1760 zum ersten Mal auf, um den langen, beschwerlichen und gefährlichen Weg zur Gottesmutter nach Werl zu gehen.

 

Die Chronik des Werler Kapuzinerkolsters berichtet: „Der großen Mutter Ruhm ernteten die frommen Olper. Welche in der 8. Morgenstunde an dem der Heimsuchung Mariae geweihten Tage unter dem wirren Getümmel der fremden Kriegsleute und der Bürger mit wehenden Fahnen auf Veranlassung und unter Führung ihres hochwürdigen Kaplans, eines besonderen Marienverehrers, ohne unser Wissen in unsere Kirche einzogen, und eine Aufsehen erregende Kerze opfernd, ihre Verehrung dabrachten.“

 

Die mehr als 90 Kilometer lange Strecke von Olpe nach Werl bewältigten die Pilger damals innerhalb von je zwei Tagen Hin- und Rückweg. Heutzutage gehen jährlich aus Olpe und Umgebung ca. 100 Personen zu Fuß nach Werl.

Über 100km

Hildesheim? 200 km östlich von Werl an der Bundesstraße 1 gelegen. Anderes Bundesland, anderes Bistum.

Was hat Hildesheim mit Werl zu tun?

Im Jahr 1763 machten sich zum ersten mal Pilger auf den Weg von Algermissen (nördlich von Hildesheim) und dem Stift Hildesheim auf den Weg zum Fest Mariä Heimsuchung nach Werl. Der „Kontakt“ ist wohl aufgrund der Kapuziner vom Lüchtenhof (heute Priesterseminar) mit den Kaduzieren in Werl entstanden. Über die Gründe für den Beginn der Wallfahrt ist nichts in den Quellen vermerkt. Die Strecke von über 200 km wurde wohl in einer Woche zurück gelegt. 1 Woche für den Hinweg und eine Woche für den Rückweg. Man ging zu Fuß von Algermissen über Hildesheim und die alte Heerstraße (heute B1) nach Elze, Mehle über den Spiegelberg zur Gnadenmutter von Lauenstein. Weiter über den Ith, an der Weser entlang über Lügde, Höxter, Brakel, Driburg, Altenbecken, Paderborn und Soest nach Werl. Ab ca. 1900 wird statt des Weges zu Fuß die Eisenbahn genommen. Auch in den Zeiten der Kriege fand die Wallfahrt statt, auch wenn besonders zur Zeit des 2. Weltkrieges die „Bücher“ aus politischen Gründen in Werl und Hildesheim keine Notiz davon enthalten. Nach dem 2. Weltkrieg blühte die Wallfahrt auf: Es wurde ein ganzer Sonderzug eingesetzt. Zahlen von 200 bis 300 Teilnehmern werden genannt. Zum Jubiläum 1963 ist sogar die Zahl von 600 Teilnehmer  genannt.  In den folge Jahren nahmen die Teilnehmerzahlen ab. Seit ca. 1975 benutzten die Pilger Reisebusse.

Die Pilger kamen bis 2001 schon am Freitag in Werl an und waren damit die erste Gruppe, die das Patronatsfest eröffnet hat. Aus dieser Zeit hat sich die Tradition erhalten, dass die Hildesheimer Pilger die Lichterprozession am Samstag und die Stadtprozession am Sonntag immer ganz vorne hinter dem Hildesheimer Kreuz und der Wallfahrtsfahne gehen.

Viel haben die Hildesheimer Pilger für den Wallfahrtsort gespendet: jedes Jahr eine große Wallfahrtskerze, aber auch eine Kreuzwegstation auf dem Kreuzwegplatz, einen Kelch, Kronen für die Marienfigur und zum Jubiläum 2013 (250 Jahre Wallfahrt aus Hildesheim) eine Nachzüchtung vom Hildesheimer Rosenstock, die seit dem auf dem Kreuzwegplatz wächst.

Mit der Gruppe aus Hildesheim kommen damit Pilger aus einem 3. Bistum (neben den Muchern aus dem Erzbistum Köln und den Pilgern aus Werne an der Lippe, Bistum Münster) zur Trösterin der Betrübten nach Werl und macht damit Werl zu einem Wallfahrtsort weit über das Erzbistum Paderborn hinaus.

Auch wenn die Gruppe der Pilger aus Hildesheim seit den Corona-Jahren 2020-2022 noch einmal deutlich sich in der Teilnehmerzahl reduziert hat, so sind die Gebete und Anliegen aus dem Bistum Hildesheim auch weiterhin bei der Muttergottes gut aufgehoben.

Im Stift Hildesheim erinnern 3 Steinstehlen in Algermissen und Harsum die Menschen an die Wallfahrt nach Werl.

In vielen Familien war und ist die Wallfahrt über die letzten Jahrzehnte tief verwurzelt.

(Die Wegstrecke wurde dem Buch: „Unsere Gemeinde St. Matthias in Algermissen“ entnommen. Andere Quellen nennen einen leicht anderen Weg. Der Weg wird über 100 Jahren nicht mehr zu Fuß gegangen. So kann der genaue Weg nicht mehr festgestellt werden.)

 

Für den Bericht: Florian König

Bericht Wandergläubige 2021

 

Erlebnisbericht der Fußwallfahrt Much-Werl Anno 2020

Seit 1774 pilgern die Mucher zum großen Patronatsfest der Wallfahrtsbasilika „Mariä Heimsuchung“.  Für die gut 130 km lange Wegstrecke benötigen sie drei Tage. Ein Großteil der Pilgerinnen und Pilger treten montags den Rückweg auch wieder zu Fuß an und werden mittwochs mit einem großen Fest in Much empfangen.

 

Über den Ursprung der Mucher Werl-Wallfahrt berichtet die Pfarrchronik der dortigen Kirchengemeinde:

„Im Jahre 1774 soll in hiesiger Gegend eine Viehseuche geherrscht haben, die nach damaliger Ansicht nur mit Salz bekämpft werden konnte. So zogen (…) Mucher Bauern nach Werl, um sich dort das kostbare Salz zu holen. Hier besuchten sie auch das Gnadenbild ‚die Trösterin der Betrübten‘ und gelobten für sich und ihre Nachkommen, jedes am Sonntag nach ‚Mariä Heimsuchung‘ nach Werl zu pilgern, sofern ihnen geholfen würde. Ihr Wunsch muss erhört worden sein, denn ab 1775 zogen (…) die Mucher in geschlossener Prozession zu Fuß nach Werl und zurück.“

Wegstrecke: 125,9 km

Die ausführlichen Wegbeschreibungen und gpx Daten finden Sie auf komoot. Klicken Sie dazu einfach auf die nachfolgenden Links:

Beschreibung des 1. Tages (komoot)

Beschreibung des 2. Tages (komoot)

Beschreibung des 3. Tages (komoot)