Zahlreiche Gläubige aus dem Pastoralen Raum Werl waren der Einladung gefolgt.
Die Krankensalbung spendeten Wallfahrtsseelsorger Stephan Mockenhaupt, Wallfahrtsseelsorger Msgr. Dr. Gerhard Best, Pastor Thomas Metten aus Wickede, Vikar Liju aus Werl sowie Pater George aus Welver.
Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird die Krankensalbung nicht mehr ausschließlich als „Letzte Ölung“ vor dem unmittelbar bevorstehenden Tod verstanden. Vielmehr ist sie ein Sakrament der Stärkung: ein wirksames Zeichen der Nähe Gottes, das Heilung, Vergebung und neuen Mut zuspricht. In der Salbung mit dem Krankenöl heißt es:
„Durch diese heilige Salbung helfe Dir der Herr in seinem reichen Erbarmen. Er stehe Dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der Dich von Sünden befreit, rette Dich. In seiner Gnade richte er Dich auf. Amen.“
„Du bist nicht allein“
In seiner Predigt stellte der Pastor Mockenhaupt die Bedeutung der Hände in den Mittelpunkt. „Manchmal sagt eine Hand mehr als viele Worte“, hieß es zu Beginn. Eine ausgestreckte Hand zur Begrüßung oder Versöhnung, eine Hand auf der Schulter als Zeichen des Trostes, zwei Hände, die sich ergreifen – all das seien Gesten, die Nähe und Verbundenheit ausdrücken. Gerade in Krankheit und Schwäche werde die Berührung zu einem kostbaren Zeichen: „In ihr liegt die Botschaft: Du bist nicht allein. Ich bleibe bei dir.“
Mit Blick auf die biblischen Heilungsgeschichten wurde deutlich: Jesus blieb nicht auf Abstand. Er wandte sich den Kranken zu, legte ihnen die Hände auf und schenkte ihnen persönliche Aufmerksamkeit. Diese Zuwendung sei auch im Sakrament der Krankensalbung erfahrbar.
Drei Zeichen wurden besonders hervorgehoben:
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Die Handauflegung, durch die Christus selbst den Menschen nahekommt und Halt schenkt.
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Das Deutewort, das Hilfe, Beistand, Kraft, Befreiung, Rettung und Aufrichtung zusagt.
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Das Öl, das in der biblischen Tradition Würde und Erwählung symbolisiert und die bleibende Bindung Gottes an den Menschen verdeutlicht.
„Hände können heilen – nicht immer, indem sie eine Krankheit verschwinden lassen. Aber sie können Angst lindern, Einsamkeit durchbrechen und Hoffnung wecken“, so die Predigt. Im Sakrament der Krankensalbung dürften die Gläubigen darauf vertrauen, dass Christus selbst sich ihnen zuwendet und sie für ihren weiteren Weg stärkt.
Im Anschluss an die Messe waren alle eingeladen, den Nachmittag bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken im Pilgersaal des Klosters ausklingen zu lassen. Die Begegnungen und Gespräche machten deutlich: Gemeinschaft trägt – gerade in Zeiten von Krankheit und Unsicherheit.