Unter der Überschrift „Das Erzbistum in Umbruchszeiten“ nahm er die aktuelle Situation in den Blick – und ordnete sie in einen größeren geschichtlichen und geistlichen Zusammenhang ein.
Ausgangspunkt seiner Predigt war der von Udo Markus Bentz angestoßene Transformationsprozess. Die Zahl der Pastoralen Räume soll deutlich reduziert, Pfarreien neu geordnet und Leitungsverantwortung anders verteilt werden. Künftig werden größere Seelsorgeräume entstehen, mit klaren pastoralen Zentren und vielfältigen Orten kirchlichen Lebens. Ehrenamtliche werden stärker aus ihrer Taufberufung heraus Verantwortung übernehmen, Leitungsmodelle werden neu gedacht.
Dechant Nacke machte jedoch deutlich: Der gegenwärtige Wandel ist nicht allein „hausgemacht“. Vielmehr stehe die Kirche insgesamt in Europa vor einem tiefgreifenden Gestaltwandel. Die über viele Jahrhunderte prägende Form der sogenannten Volkskirche gehe zu Ende. Christlicher Glaube sei nicht mehr selbstverständlich Mehrheitskultur. Gesellschaftliche Veränderungen forderten eine neue Gestalt von Kirche – eine Kirche, die ihren Auftrag nicht im Selbsterhalt, sondern in der Verkündigung des Evangeliums sehe.
Dabei zitierte er den Erzbischof mit den Worten: „Unsere Aufgabe ist nicht der Selbsterhalt der Kirche, sondern die Verkündigung des Evangeliums.“ Es gehe darum, die gute Nachricht in einer sich wandelnden Welt erfahrbar zu machen – auch und gerade in Brüchen und Unsicherheiten.
Konkret bedeute das: Nicht mehr „alles überall“, sondern klare Profile an unterschiedlichen Orten. Pastorale Zentren mit dem ganzen Spektrum kirchlichen Lebens, daneben verlässliche Orte mit je eigenen Schwerpunkten. Vielfalt, Vernetzung und selbstorganisiertes Engagement werden an Bedeutung gewinnen. Auch die Wallfahrt in Werl gehört zu den Orten, an denen das Bistum künftig in besonderer Weise präsent sein wird.
Ein zentrales Anliegen des Transformationsprozesses sei seine synodale Ausrichtung. Entscheidungen sollen im Hören aufeinander und im gemeinsamen geistlichen Unterscheiden wachsen. Synodalität sei dabei nicht einfach Mehrheitsprinzip, sondern geistliches Ringen um Gottes Willen. Als biblisches Beispiel verwies Dechant Nacke auf die Wahl des Apostels Matthias: Nach Gebet und gemeinsamer Beratung vertrauten die Jünger darauf, dass Gott selbst den Entscheidungsweg führe.
So schloss die Predigt mit einem hoffnungsvollen Ausblick: Gott habe einen Plan – auch für seine Kirche in Zeiten des Umbruchs. Die Geschichte Gottes mit den Menschen zeige, dass Wandel nicht Verlust bedeuten müsse, sondern neue Wege eröffne. Gerade in Zeiten der Veränderung schenke Gott seine Gnade.
Mit Zuversicht und Vertrauen dürfe die Kirche im Erzbistum Paderborn – und hier in Werl – in die Zukunft gehen.