Große Beteiligung bei der Jubiläumswallfahrt von Werne nach Werl

Ein besonderes Jubiläum liegt hinter der Wallfahrtsgemeinschaft aus Werne: Zum 350. Mal machten sich die Menschen auf den Weg zur Gottesmutter nach Werl. Rund 375 Fußpilgerinnen und Fußpilger und mehr als 50 Fahrradpilgerinnen und Fahrradpilger waren in diesem Jahr dabei.

Bereits am frühen Samstagmorgen begann der gemeinsame Weg. Nach dem Gebet zum Aufbruch um 5.45 Uhr in der Klosterkirche machten sich die Pilgerinnen und Pilger auf den Weg. Bei bestem Wetter wurde gemeinsam gebetet und gesungen, vor allem aber miteinander gesprochen und gelacht. Menschen aus allen Generationen waren unterwegs. So wurde der lange Weg zu einem besonderen Gemeinschaftserlebnis.

Auf der letzten Etappe schloss sich auch Weihbischof Rolf Lohmann der Pilgergruppe an. Er ging ein Stück des Weges zu Fuß mit und kam dabei mit den Pilgerinnen und Pilgern ins Gespräch.

Herzlich willkommen in Werl

Am Nachmittag erreichte die Wallfahrt Werl. Um 14.30 Uhr zogen die Pilgerinnen und Pilger gemeinsam in die Basilika ein.

Zuvor wurden sie vom Werler Wallfahrtsteam sowie von den Messdienerinnen und Messdienern in Empfang genommen. Auch zahlreiche Vereine und Verbände sowie Vertreterinnen und Vertreter anderer Wallfahrtsgruppen waren dabei, um die Pilgerinnen und Pilger herzlich willkommen zu heißen.

In der Begrüßungsandacht wurden langjährige Pilgerinnen und Pilger für ihre Treue zur Wallfahrt geehrt. Wallfahrtsleiter Klemens Pieper aus Werne dankte allen, die bei der diesjährigen Wallfahrt durch ihren Einsatz zu einer guten Organisation und zum Gelingen beigetragen hatten.

„Unser Ziel ist Communio“

Höhepunkt des Abends war die Andacht mit Weihbischof Rolf Lohmann. In seiner Predigt griff er einen Gedanken auf, der den gesamten Pilgerweg prägte: Gemeinschaft.

„Unser Ziel ist Communio“, betonte der Weihbischof. Gerade in einer Zeit, in der der Individualismus stark im Vordergrund stehe, brauche es Orte und Menschen, die Gemeinschaft stiften und Menschen zusammenführen.

Zugleich sprach Lohmann von der Hoffnung, zu der wir als Christinnen und Christen berufen sind. Diese Hoffnung brauche es gerade angesichts der vielen Herausforderungen unserer Zeit. Sie dürfe nicht bei uns selbst bleiben, sondern müsse weitergegeben werden – an Suchende und Zweifelnde, an Kranke und Hoffnungslose und an Menschen, die vielleicht selbst keinen Weg in die Kirche finden.

Dabei verwies der Weihbischof auf Maria, die Trösterin der Betrübten. Sie begleite Menschen auf ihrem Lebensweg, schenke Trost und Kraft und verweise zugleich immer auf ihren Sohn Jesus Christus.

Lohmann erzählte auch sehr persönlich von seiner eigenen Verbundenheit mit Maria und davon, wie die Gottesmutter ihn auf seinem Lebens- und Glaubensweg begleitet habe. Viele Menschen hätten ihm in Gesprächen von ähnlichen Erfahrungen berichtet: von Trost, Geborgenheit und neuer Kraft, gerade in schwierigen Zeiten.

Die Wallfahrt selbst, so wurde deutlich, ist dabei mehr als eine Tradition. Sie ist ein Zeichen dafür, dass Menschen gemeinsam unterwegs sind – und auch stellvertretend für andere beten und hoffen: für Menschen, die nicht selbst mitgehen können, für Menschen, die suchen, fragen oder zweifeln, und für Menschen, die Hoffnung brauchen.

Ein Licht in der Nacht

Den Abschluss der Andacht bildete die Lichterprozession, die wegen des regnerischen Wetters in die Basilika verlegt wurde. Viele Kerzen erhellten den Kirchenraum und machten sichtbar, was die Wallfahrt an diesem Wochenende auszeichnete: Menschen gehen gemeinsam, tragen ihre Anliegen vor Gott und nehmen die Hoffnung mit auf ihren weiteren Weg.