Patronatsfest Mariä Heimsuchung

Mit dem Eintreffen der ersten Wallfahrtsgruppen begann am Samstag, 4. Juli, das Patronatsfest Mariä Heimsuchung in Werl. Den Auftakt machte um 11.30 Uhr die Begrüßungsandacht für die Fußpilgergruppe aus Warstein.

Nach ihrem Pilgerweg wurden die Gläubigen in der Wallfahrtsbasilika willkommen geheißen und unter den Schutz der Gottesmutter gestellt.

Um 12.00 Uhr feierten die Buspilgergruppen aus Much und Olpe gemeinsam mit der Wallfahrtsgruppe des Stifts Hildesheim die Wallfahrtsmesse. Im weiteren Verlauf des Nachmittags wurden auch die Wallfahrtsgruppen aus Delbrück (13.30 Uhr), Olpe (14.15 Uhr), Arpe (16.00 Uhr) und Lenhausen (16.30 Uhr) in eigenen Andachten begrüßt. Kreuzweg und Rosenkranz boten den Pilgerinnen und Pilgern darüber hinaus Gelegenheit zum gemeinsamen Gebet und zur persönlichen Besinnung.

Der Höhepunkt des ersten Festtages folgte am Abend. Nachdem um 17.15 Uhr die äußere Feier des Patronatsfestes eingeläutet worden war, zog um 18.00 Uhr die Fußpilgergruppe aus Much nach ihrem mehrtägigen Pilgerweg feierlich in die Wallfahrtsbasilika ein. Die zahlreichen Gläubigen in der voll besetzten Basilika empfingen die Pilger mit herzlichem Applaus. Gemeinsam mit den bereits eingetroffenen Wallfahrtsgruppen begann die Eröffnungsandacht des Patronatsfestes mit Aussetzung des Allerheiligsten und sakramentalem Segen.

Der Einzug der Mucher Fußpilger machte eindrucksvoll sichtbar, was die Wallfahrt nach Werl auszeichnet: Menschen, die sich gemeinsam auf den Weg machen, im Glauben verbunden sind und am Gnadenort der Gottesmutter ankommen. Im Anschluss bestand die Möglichkeit, Kerzen und Andachtsgegenstände am Gnadenbild segnen zu lassen.

Den stimmungsvollen Abschluss des ersten Festtages bildete um 22.00 Uhr die traditionelle Lichterprozession durch die Werler Innenstadt. Hunderte Pilgerinnen und Pilger zogen mit brennenden Kerzen betend und singend durch die Straßen der Wallfahrtsstadt. Das Lichtermeer setzte ein eindrucksvolles Zeichen des Glaubens und der Hoffnung und verlieh dem ersten Tag des Patronatsfestes einen würdigen und besinnlichen Ausklang.

Patronatsfest Mariä Heimsuchung: Zweiter Festtag mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Zeichen der Begegnung und des Friedens

Der zweite Tag des Patronatsfestes Mariä Heimsuchung begann früh am Morgen mit Gebet, Begegnung und dem gemeinsamen Unterwegssein vieler Pilgerinnen und Pilger. Bereits um 07.00 Uhr lud ein geistlicher Impuls im Klostergarten am Marien-Rondell dazu ein, das Festgeheimnis der Begegnung zwischen Maria und Elisabet persönlich zu betrachten. Parallel dazu fanden Eucharistiefeiern um 07.00 Uhr und 08.30 Uhr statt, an denen zahlreiche Gläubige teilnahmen.

Um ca. 09.15 Uhr verabschiedete sich die Wallfahrtsgruppe aus Warstein aus Werl. Der Moment machte deutlich, dass Wallfahrt nicht nur vom Ankommen lebt, sondern auch vom Weitergehen – mit den Erfahrungen des gemeinsamen Gebets und der Begegnung im Gepäck.

Pontifikalamt mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Der Höhepunkt des zweiten Festtages war das Pontifikalamt um 09.30 Uhr auf dem Kreuzwegplatz. Zelebrant war Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen und katholischer Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr.

Ausgehend vom Evangelium der Heimsuchung Marias stellte Bischof Overbeck die Begegnung als zentrales Motiv des christlichen Glaubens heraus. In der Begegnung zwischen Maria und Elisabeth, aber auch zwischen Jesus und Johannes, werde sichtbar, dass Gott den Menschen nahekomme und mitten in der Wirklichkeit des Lebens gegenwärtig sei.

Maria zeige mit ihrem „Siehe, ich bin die Magd des Herrn“ eine Haltung, die auch für Christen heute wegweisend sei: die Wirklichkeit anzunehmen, offen zu sein für Gottes Wirken und sich in den Dienst des Guten stellen zu lassen. Der Glaube, so Overbeck, dürfe nicht losgelöst von der Realität bleiben, sondern müsse mitten im Leben sichtbar werden.

Besonders betonte der Bischof die Bedeutung des Friedens. Als katholischer Militärbischof sprach er über die Herausforderungen einer Welt, in der Konflikte häufig aus einem engen Verständnis von Identität entstünden. Christliche Identität dürfe jedoch nicht gegen andere Menschen gerichtet sein, sondern müsse von Offenheit, Vielfalt und der Anerkennung der Würde jedes Einzelnen geprägt sein.

Mit Blick auf das Magnificat, den Lobgesang Marias, lud Bischof Overbeck dazu ein, die eigene Stimme für das Gute einzusetzen. Wie Johannes der Täufer auf Jesus verwies, seien auch Christen heute dazu gerufen, Zeugnis zu geben und dort eine Stimme zu sein, wo Menschen Frieden, Hoffnung und Unterstützung benötigen.

Prozession mit dem Gnadenbild durch Werl

Im Anschluss an das Pontifikalamt folgte die feierliche Prozession mit dem Gnadenbild der Gottesmutter. Zahlreiche Gläubige begleiteten den Weg vom Kreuzwegplatz zur Propsteikirche St. Walburga. Nach einer Station mit Gebet und Segen führte die Prozession zurück zur Wallfahrtsbasilika.

Dort endete der gemeinsame Weg mit dem feierlichen Te Deum und dem sakramentalen Segen.

Abschluss des Patronatsfestes

Am Nachmittag versammelten sich die Pilgerinnen und Pilger um 14.00 Uhr zur Schlussandacht des Patronatsfestes. Mit der Aussetzung des Allerheiligsten und dem feierlichen Segen fand das Festprogramm seinen Abschluss.

Das Patronatsfest Mariä Heimsuchung in Werl stand in diesem Jahr besonders im Zeichen der Begegnung: der Begegnung von Menschen auf dem Pilgerweg, der Begegnung mit Maria und dem Geheimnis ihres Glaubens sowie der Einladung, selbst zu Menschen des Friedens zu werden. Die Worte von Bischof Overbeck erinnerten daran, dass christlicher Glaube nicht im Rückblick lebt, sondern im Heute wirksam werden will – durch Menschen, die bereit sind, hinzusehen, zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen.