Sweet Revolution, damit der Schoko Nikolaus fair ist?

28. November 2020
Werl
Eine Kampagne für den Fairen Handel von Kakao...

Gerne wünschen wir uns beim vorweihnachtlichen Einkauf eine besinnliche Zeit. Leider gilt dies oft nicht für die Menschen des globalen Südens, die uns zu Weihnachten und das ganze Jahr die Waren bescheren, die das Leben hier mit Köstlichkeiten wie Schokolade, Nüssen und Apfelsinen versüßen. Die Kampagne „Sweet Revolution“ will gerade jetzt in der schokoladenreichen Weihnachtszeit auf die Bedingungen in den Produktionsländern aufmerksam machen und ruft uns zu fairem Einkauf auf damit in die Kakaoproduktion ein Stückchen menschenwürdiger wird. Wussten Sie:

  • Dass 14 Millionen Bauernfamilien ihren Lebensunterhalt mit der Kakaoproduktion bestreiten.
  • Dass ca. 90 Prozent des weltweit produzierten Kakaos von Familienbetrieben stammt, die oft nur kleine Felder von weniger als fünf Hektar bewirtschaften.
  • Dass die Kleinbauern für ihre Produkte oft viel zu niedrige Preise erhalten, die unter dem eigentlichen Marktwert liegen.
  • Dass ein Erwachsener einer Kakaobauernfamilie in der Cote d‘Ivoire (Elfenbeinküste) durchschnittlich lediglich 67 Cent am Tag verdient
  • Dass die niedrigen Einnahmen oft nicht einmal dafür reichen neue Kakaobäume zur Zukunftssicherung nachzupflanzen.
  • Dass in Cote d‘Ivoire und in Ghana der Anteil der Kinderarbeit in den letzten 10 Jahren weiter angestiegen ist und dort mittlerweile 2 Millionen Kinder unter ausbeuterischer Kinderarbeit leiden und nicht zur Schule gehen können.
  • Dass durch die Perspektivlosigkeit junge Menschen und ganze Familien auf der Suche nach profitableren Alternativen häufig in den Slums der Großstädte landen.
  • Das in Deutschland pro Person jährlich etwa 9,54 kg Kakao konsumiert wird, dass meiste als Schokolade.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht woher ihre Schokolade, Ihr Nikolaus, ihre Kakao kommt und unter welchen Bedingungen sie produziert wurde und im Ladenregal gelandet sind?

Mit einer Ausstellung zum Kakaohandel bieten Fairtrade Deutschland, innerhalb der Kampagne „Sweet Revolution“, die Möglichkeit sich über die Hintergründe der süßen Verlockungen zu Informieren. Die Steuerungsgruppe Fairtrade Town Werl hat diese Möglichkeit gerne aufgegriffen um auch der Bevölkerung in Werl die Gelegenheit zu geben sich zu informieren. Vor dem Hintergrund der eingeschränkten Zugänglichkeit konnte die Ausstellung nicht im Rathaus platziert werden und wurde daher in der Fussgängerzone im Schaufenster des Pilgerbüros am Zugang zum Kreuzwegplatz eingerichtet. Dort befindet sich auch der Eine-Welt-Laden, sodass dort und in anderen Geschäften der faire Einkauf sofort in die Tat umgesetzt werden kann.

Die Kampagne kann auch unter dem Titel „Sweet Revolution“ im Internet aufgerufen werden. Dort gibt es neben weiteren Informationen auch ein Gewinnspiel, in dem bis zum 6. Dezember, sowohl ein eigener Slogan eingereicht, als auch über alle dort veröffentlichten Slogans abgestimmt werden kann.

„Wer morgen noch Schokolade essen möchte, muss heute Kakao-Bäuerinnen und Bauern angemessen bezahlen!“ Sagt Kakaobäuerin Dah Oho Gbokela.

Machen auch Sie sich stark für den fairen Handel!