Schon die Bibel erzählt von Menschen, die ihre Heimat verlassen und in einem fremden Land neu beginnen müssen. Abraham zieht ins Ungewisse, das Volk Israel erfährt Exil und Fremdherrschaft – und auch Jesus selbst bleibt die Erfahrung von Flucht nicht erspart: Kurz nach seiner Geburt muss er mit Maria und Josef nach Ägypten fliehen, weil sein Leben bedroht ist. Fremdsein gehört zur biblischen Geschichte – und ist zugleich hochaktuell.
Die Ausstellung greift dieses Thema auf und beleuchtet auf zehn Roll-ups unterschiedliche Facetten des Fremdseins in der Bibel. Sie lädt dazu ein, biblische Erfahrungen mit heutigen Lebenswirklichkeiten ins Gespräch zu bringen. Bis zum 17. März ist sie im Pilgerkloster zu sehen.
Der Eröffnungsabend begann mit einem Wortgottesdienst, dem Wallfahrtsseelsorgerin Ursula Altehenger vorstand. Musikalisch wurde die Feier von Thomas Seek an der Gitarre gestaltet. Im Anschluss stellten Ursula Altehenger und der Caritas-Koordinator des Kreises Soest, Georg Karbowski, die Ausstellung im Pilgersaal vor.
Darüber hinaus präsentierte die Caritas ihre vielfältigen Angebote im Bereich Integration und Migration in Werl. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende gewährten persönliche Einblicke in ihre Arbeit:
Olga Kinos und Frau Ehiowan aus der Migrationsberatung, Tümay Omeirat gemeinsam mit Peter und Inge Leder, Beate Drolshagen, Emy Schewe und Susanne Hoffmann aus der Flüchtlingsberatung sowie Fatima Abboud und Amal Al-Khatib von der Integrationsagentur und Servicestelle Antidiskriminierung.
In teilweise sehr bewegenden Beiträgen berichteten sie von Begegnungen, Herausforderungen und Hoffnungszeichen. Deutlich wurde dabei, wie wichtig Zusammenhalt, Solidarität und ein offenes Miteinander sind – gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen. Unter den Gästen waren auch Vertreterinnen ebenfalls Vertreter der Stadt Werl, die mit ihrer Präsenz die Bedeutung des Themas für das gesellschaftliche Leben vor Ort unterstrichen.
Thomas Seek setzte auch im weiteren Verlauf des Abends musikalische Akzente. Nach den persönlichen und kreativ gestalteten Vorstellungen nutzten viele Gäste die Gelegenheit, die Ausstellung im Pilgerkloster zu besichtigen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Ausstellung „Gott liebt die Fremden“ möchte ermutigen, den biblischen Auftrag zur Gastfreundschaft neu zu entdecken – und ihn im eigenen Alltag konkret werden zu lassen.